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Standort
Die mittelhessische Kleinstadt Weilburg mit 14.000 Einwohnern ist eine der touristisch und kulturell attraktivsten Städte an der Lahn zwischen Wetzlar und Limburg. Die Lahn umfließt die auf einem Felsen liegende Kernstadt fast vollständig.
Jedes Jahr im Sommer finden die »Weilburger Schlosskonzerte « statt, eine Konzertreihe mit klassischer Musik im Schloss, in der Schlosskirche oder im Renaissancehof des Schlosses. In den letzten Jahren wird die Lahn zunehmend als touristischer Anziehungspunkt entdeckt, so dass dort im Sommer eine große Zahl Wassersportler, Radfahrer und Camper zu finden sind.
Entwicklungspotenziale
Renommierten Schulen zum Erlernen der Geigenbaukunst sind hauptsächlich im süd- (ost-) deutschen bzw. südeuropäischen Raum konzentriert. Die Ausbildungsstätte in Weilburg wäre somit eine ideale Ergänzung in Mitteldeutschland und durch die Nähe zum Rhein-Main-Gebiet verkehrstechnisch gut zu erreichen. Das reichhaltige musikalische Angebot der Stadt wird die Berufsfachsschule für Geigenbau ergänzen, die in der »Kirchhofsmühle« etabliert wird. Schüler aus Deutschland und der ganzen Welt sollen dieses besondere Handwerk in Weilburg erlernen und so Weilburg noch bekannter machen. Über die schulische Ausbildung hinaus bietet die Geigenbauschule Weilburg ein breit gefächertes Angebot, um die Öffentlichkeit in das Schaffen der Geigenbauschule mit einzubeziehen. Vor allem als Partner der »Schlosskonzerte Weilburg« offeriert die Geigenbauschule zusätzliche Anlässe zum Konzertbesuch: Die Schule organisiert regelmäßig Konzerte im eigenen Haus. Darüber hinaus werden kleine Ausstellungen mit thematischem Bezug zum Geigenbau oder der Geigenbauschule Weilburg gezeigt.
Ausbildungskonzept
Für die Ausbildung des Geigenbauers, der Musikinstrumente aus Holz herstellt und restauriert, ist auch heute noch die enge Beziehung mit dem Meister wesentlich. Die Wiederentdeckung eines alten Berufes und dessen Weiterentwicklung durch die Erforschung und den Einsatz neuer Technologien sollen die Eckpfeiler der Ausbildung in der Schule für Geigenbau sein. In Zusammenarbeit von Meistern und Lernenden entstehen Instrumente der Geigenfamilie in barocker, klassischer und moderner Konzeption.
Architektonisches Ensemble
Da außer dem Mühlengebäude mit dem rustikalen Erscheinungsbild eines Industriegebäudes und dem direkt angebauten Werkstattgebäude mit ähnlichen Gestaltungsmerkmalen sonst keine Gebäude den Geist des Ortes ausmachen, werden alle übrigen Gebäude zugunsten des gestaltbaren Freiraumes entfernt. Das Hauptgebäude erfährt eine Vollst. Sanierung und Umfunktionierung zu einem Veranstaltungsort. Alle Decken werden entfernt und eine Fassadenseite vollständig geöffnet. Vor die bestehende Mauerwerkswand wird eine Sonnenschutzverglasung auf der Rauminnenseite montiert. Damit werden die historisch bedingten Wandstärken erhalten, eine optische Wärmedämmung etabliert bei nahezu gleichen Lichtverhältnissen im Innenraum ohne die negativen Einflüsse einer konventionellen Innendämmung.
Die Halbinsel wird getreu dem historischen Vorbild zu einer Insel zurückgewandelt. Hier finden die eigentlichen Schulräume in einem Neubau platz. Die Dachterrasse des Schulbaus ist ein öffentlicher Freiraum. Die Oberfläche, ähnlich einem Schiffsdeck, bietet eine grandiose Aussicht auf den gegenüberliegenden Wald und angrenzenden Fluss. genossen werden. Bisher war der Blick auf Lahn und Wald durch hohe Bäume und die Nebengebäude auf dem Grundstück verstellt.
Auf dem Wehr reihen sich ähnlich einer Perlenschnur verschiedene Typen kleiner Wohneinheiten auf. Sie bieten Platz für einen Teil der Schüler- und Lehrerschaft.
Barocke Ornamentik
Ein wesentliches Charakteristikum Weilburgs ist das Residenzschloss mit der Barockkirche und dem Schlossgarten in barocker Gestaltung. Um daran anzuknüpfen, werden die ebenholzfarbenen Fassadenplatten des Schulneubaus und der Wohngebäude mit Einlegearbeiten verziert, die in barockem Schwung gestaltet sind.
Die Intarsien in den Fassadenplatten der Neubauten legen sich großflächig über Wand und Dach. Das Dach wird somit in diesen Bereichen zur fünften Fassade.
Schnitt durch den Neubau und die Lahn / Ansicht von Süden auf die Wohngebäude auf dem Stauweiher und dem sanierten historischen Mühlengebäude
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Name
Client
Type
Media
Year
S601
Geigenbauschule Weilburg
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architectural design / information architecture
print
2006